Ob Farbe, Material oder die Wahl eines Bildes: Hinter fast jeder Empfehlung im Feng-Shui stehen die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Wer versteht, wie sie zusammenwirken, kann Empfehlungen nachvollziehen, statt sie nur zu befolgen. Darum geht es in dieser dreiteiligen Serie.
Elemente als Qualitäten, nicht als Stoffe
Die fünf Elemente sind weniger Stoffe als Qualitäten und Phasen der Wandlung. Holz steht für Wachstum und Aufbruch, wie der Frühling. Feuer steht für die volle Entfaltung, wie der Sommer. Metall steht für Sammlung und Klarheit, wie der Herbst, Wasser für Ruhe und Rückzug, wie der Winter. Die Erde gehört zu den Übergängen und zur Mitte: Sie verbindet und stabilisiert.
Im Bagua finden Sie diese Zuordnung wieder: Holz im Osten und Südosten, Feuer im Süden, Metall im Westen und Nordwesten, Wasser im Norden und die Erde im Nordosten, im Südwesten und in der Mitte.
Der nährende Kreislauf
Jedes Element bringt das nächste hervor. Die Bilder dazu stammen aus der Natur und sind leicht zu merken:
- Holz nährt Feuer: Holz brennt.
- Feuer nährt Erde: Was verbrennt, wird zu Asche und Erde.
- Erde nährt Metall: In der Erde entstehen Erze.
- Metall nährt Wasser: An kühlem Metall schlägt sich Wasser nieder.
- Wasser nährt Holz: Pflanzen brauchen Wasser zum Wachsen.
Der kontrollierende Kreislauf
Zugleich hält jedes Element ein anderes in Schach. Das ist nicht negativ gemeint: Kontrolle sorgt dafür, dass kein Element überhandnimmt.
- Holz kontrolliert Erde: Wurzeln halten den Boden fest.
- Erde kontrolliert Wasser: Ein Damm hält das Wasser zurück.
- Wasser kontrolliert Feuer: Wasser löscht.
- Feuer kontrolliert Metall: Feuer schmilzt Metall.
- Metall kontrolliert Holz: Die Axt fällt den Baum.
Der schwächende Kreislauf
Ein Element, das ein anderes nährt, gibt dabei Kraft ab. Feuer verbraucht Holz, Holz verbraucht Wasser und so weiter. Dieser Zusammenhang ist in der Praxis besonders nützlich: Mit Farben und Materialien können Sie ein Element nicht nur stärken, sondern ihm auch sanft Kraft entziehen.
Warum es auf das Gleichgewicht ankommt
Im Idealfall sind alle fünf Elemente in einem Raum etwa gleich stark vertreten. Fehlt eines oder dominiert eines stark, wirkt ein Raum unausgewogen, oft ohne dass man genau sagen kann, warum.
Ein Beispiel: Ein Wohnzimmer mit roten Wänden, einem Kaminofen und vielen spitzen Formen hat sehr viel Feuer. Man könnte mit Wasser dagegenhalten, etwa mit viel Blau. Oft ist aber der sanftere Weg der bessere: Erde in Form von Keramik, Sand- und Ockertönen nimmt dem Feuer die Spitze, weil das Feuer die Erde nährt und dabei Kraft abgibt.
Wie es weitergeht
Im zweiten Teil am 20. November wird es konkret: Welche Farben, Formen und Materialien gehören zu welchem Element? Damit haben Sie das Handwerkszeug, um die Elemente in Ihren Räumen zu erkennen und gezielt einzusetzen.